Natürlich sind hier nicht die Grünkittel gemeint, die mit Halali und archaischen Ritualen ihren Urinstinkten nachgehen. Es geht auch nicht um die Grünkittel, die sich die Hege und Pflege der Flora und Fauna zur Aufgabe gemacht haben. Nein es geht selbstverständlich um die tierischen Jäger, die uns scheinbar so vertraut, zumindest in den Dörfern der Region allenthalben begegnen –wenn sie wollen. Sicherlich muss man nicht in das Werra- Meissner- Land kommen, um ausgerechnet Hauskatzen zu finden. Aber wenn man schon einmal da ist . . . .Appropos, wenn man schon einmal da ist. Der geneigte Leser wird verstehen, dass die kleine Fotosafari, die hier dokumentiert wird, weitestgehend in Wickersrode stattgefunden hat. Es hätte auch jedes andere Dorf in der Region sein können.
Auf den ersten Blick scheint es leicht, Katzen zu fotografieren, die ja überall auf der Straße herumlaufen und oft sogar unglaublich zutraulich sind.
Aber fotografieren Sie mal eine Katze, die, einmal angesprochen, damit sie ihr Gesicht in die Kamera dreht, freudig maunzend auf Sie zustürmt, um mit ihrem Kopf Ihr Schienbein zu rammen und die dann erhobenen Schwanzes wie betrunken, zwischen Ihren Beinen herumtorkelt. Da spielt kein Autofokus mit.



Die Charaktere der Katzen

Das andere Extrem ist die Scheue, die, die Sie nur zu Gesicht bekommen, wenn sie Sie nicht sieht, wenn Sie also gut versteckt sind oder wenn das Katzentier sich gerade auf seine Beute konzentriert. Da braucht man Geduld, will man den tierischen Jäger nicht stören und dann eine schnelle Reaktion, wenn das verwilderte Katzentier einen schließlich bemerkt hat kurz in die Kamera blickt und dann plötzlich an einer Stelle verschwindet, von der Sie gar nicht wussten, dass es sie gibt.
Wilde Katzen jagt man am Besten mit der Methode einer wilden Katze.Am einfachsten zu fotografieren sind natürlich die Faulen, die ich mal diplomatisch als souverän und selbstbewusst bezeichnen möchte. Dick und breit liegen die meistens irgendwo herum und schauen oft leicht angewidert ob der Störung in die Kamera, bevor sie den Kopf abwenden und den freundlich schwafelnden Fotografen einfach ignorieren. Ja, solche Fotos haben durchaus auch ihren Reiz, zeichnen sich aber naturgemäß nicht durch allzu große Dynamik aus.



Die Gewohnheiten der Katzen
Ein wenig sollte man die Natur der Katzen schon kennen, wenn man sich auf Fotosafari begibt. Das Kameraobjektiv ist, übrigens nicht nur für Katzen, wie ein starrendes Auge. Und den Gegenüber anzustarren ist katzisch gesehen entweder eine unverhohlene Drohgebärde oder zumindest extrem unhöflich. Da heißt es sensibel sein und die Kamera möglichst nur dann auf die Katze richten, wenn man sich des schnellen, erfolgreichen Schusses relativ sicher sein kann.



Es empfiehlt sich ohnehin, die Katzen zuvor im Rahmen eines oder mehrerer Spaziergänge ein wenig zu beobachten, ihre jeweiligen Eigenheiten, ihre Reviere, ihre Zugehörigkeiten kennenzulernen. Man muss das zwar nicht übertreiben, sollte sich aber im Klaren sein, dass dörfliche Freigänger auch im Gegensatz zu Städtischen und erst recht zu Wohnungskatzen ihre ganz eigenen Gewohnheiten, Rechte und Pflichten innerhalb der kätzischen Dorfgemeinschaft mit ihren Einzelgängern und verschiedenen Katzenbanden und Revieren haben.



Und dass bedeutet, dass Dorfkatzen nicht immer Zeit haben, für die Kamera neugieriger Touristen zu posieren, manchmal erscheint der Ort auch völlig katzenleer. Man sollte die Zeiten kennen, in denen die Katzen aufgrund wichtigerer Angelegenheiten das Licht der Öffentlichkeit scheuen.
Fotos: Wolfgang Schwerdt
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