Montag, 25. Januar 2010

Denis Papin in Hessen-Kassel

Ein Buch über den Erfinder und Naturforscher

Es muss eine aufregende Zeit gewesen sein, als die ersten Wissenschaftler Europas ab dem 17. Jahrhundert begannen, sich geistig teilweise aus dem biblischen Umfeld zu lösen und sich der naturwissenschaftlichen Forschung zuzuwenden. Auch Denis Papin gehörte zu jenem neuen Typus Wissenschaftler, der sich auf der Basis der antiken naturwissenschaftlichen Beobachtungen beispielsweise mit der Pneumatik, also der Lehre von der Luft, befasste.
Es ging um experimentell untermauerte Erkenntnisse wie sie beispielsweise Torricelli und Pascal mit den Gesetzmäßigkeiten des Luftdrucks entwickelten. Auch die „Magdeburger Halbkugeln, mit denen Otto von Guericke auf spektakuläre Weise durch Vakuum die Existenz von Luftdruck belegte, gehören in diese Zeit. Lesen Sie mehr

Samstag, 9. Januar 2010

Im Reich der Wilden Holl

Nun hat die Eiskönigin das Szepter übernommen

Schnee und Dauerfrost, die Eiskönigin hat das Werra-Meissner-Land voll im Griff. Und während den Räumdiensten das Salz ausgeht –endlich, möchte man in bestimmten Ecken dieser Region beinahe sagen-, lebt die Eiskönigin, ungerührt von den menschlichen Bedürfnissen, ihre kreativen Fantasien aus.

Damit sind weniger die allwinterlich wiederkehrenden eindrucksvollen Eiszapfen-Galerien an den Hausdächern gemeint. Nein, die Kunstwerke der frostigen Verkörperung der Wilden Holl, gleichen sich nie und finden sich oft an unerwarteten Orten. Gefrorenes Wasser ist das Modelliermaterial der eiskalten Dame, die im Kampf mit der noch lebendigen Natur unermüdlich und die kleinste Gelegenheit nutzend, alle Register zieht, um das Leben in ihrem Reich zum tiefgefrorenen Stillstand zu bringen.

Das schnell fließende Wasser des kleinen Baches beispielsweise, ein starker Gegner für die Weiße Königin. Und so sucht die eisige Künstlerin den Bach durch eine glitzernde Kristallwelt zu verzaubern. Jeder Grashalm, jeder Stein wird dabei zum hilflosen Komplizen. Sei es, um scheinbar schwerelose Eisinseln über dem eiligen Wasser zu installieren, sei es um kristallene Brückenköpfe am Ufer zu bilden, von denen aus das schwarze, hurtige Bächlein geduldig immer mehr eingeengt, eingezwängt und schließlich überdacht werden kann.

Gänzlich wird es der frostigen Herrin nicht gelingen, den kleinen Bach zum Stillstand zu bringen. Unter der Eisdecke wird er sich weiter seinen Weg durch das Tal bahnen und bereit sein, neues Leben zu spenden, wenn die weiße Macht den Kräften des Frühlings weichen muss.

Hilfreich wäre dann schon, wenn die Menschen gerade bei den naturnahen Verkehrswegen mehr auf Granulate statt auf Salze zur Sicherung der Straßen setzen würden. Schließlich ist es schon schlimm genug, dass die Werra mit den Abfallprodukten von K+S versetzt werden darf. Die kleinen, lebensfrohen und lebensspendenden Bäche des Mittelgebirges haben es schon gar nicht verdient, über das Tau- und Grundwasser mit vielen Tonnen oft gedankenlos verbratenen Streusalzes verunreinigt zu werden.

Fotos: Wolfgang Schwerdt

Montag, 4. Januar 2010

Ab auf die Piste

Langlaufen im Werra-Meissner- Land

Ski fahren im Werra-Meissner-Land? Da kommt doch nur der Hohe Meissner mit seinen gespurten Loipen und den Schlepplift in Frage. Hier gibt es ausreichend Schnee, große Bus- und Autoparkplätze sorgen bei schönem Wetter für das offensichtlich so beliebte Massengefühl. Und sonst? Winterfreuden in dieser Region tatsächlich nur am Meißner?

Wer die Gegend zwischen Werra und Fulda als das versteht, was sie ist, nämlich als touristisches Abenteuerland, der kommt auch wintersportlich nahezu überall auf seine Kosten, vorausgesetzt, er erwartet keine entsprechende Infrastruktur.

Für ein paar Wochen darf man nämlich in der gesamten Region vor allem in den höheren Tallagen und natürlich auf den Höhenzügen mit einer durchaus Langlauf tauglichen Schneedecke rechnen. Und statt sich bei seinen Wanderungen durch die herrliche Wintergegend dann in Moon-Boots durch den Schnee zu quälen, kann man problemlos seine Langlaufski-Ausrüstung auspacken und die Wunder der märchenhaften Winterwelt buchstäblich erfahren.

Schneebemützte Beerentrauben
Man sollte seine Tour schon starten, wenn die Sonne noch mit dem Nebel kämpft.
Nicht nur, dass in dieser Zeit Details der Winterlandschaft ihren besonderen Reiz entfalten, wie beispielsweise die schneebemützten Beerentrauben, man merkt auch sehr schnell, dass der Tag für eine solche Expedition gar nicht lang genug sein kann.

Die Weite des Berglandes
Wenn sich die Sonne dann die Lufthoheit am nun blauen Himmel erobert hat, entfaltet sich dem Auge des Ski- Wanderers die ganze Weite des Berglandes. Fernblicke, wie sie die anderen Jahreszeiten mit ihrer dichten Vegetation nur selten zulassen, bieten sich nahezu überall. Aber der helle, sonnige Mittag ist nur kurz.

Geheimnisvolle Gewässer
Die Sonne beginnt früh ihren Weg zurück hinter den Horizont und das schräg einfallende Licht wirft nun ihre warmen, goldenen Töne auf die Landschaft. Nun verzaubern die Gewässer den dahingleitenden Wanderer mit verwirrenden Reflexen, geheimnisvollen Nebelschwaden oder Spiegelungen, die wie eine Einladung zum Durchschreiten eines Tores zur Anderswelt erscheinen.

abendliche Farbenspiele
Und neigt sich der Tag schließlich seinem Ende zu, möchte man gerne verweilen, um die sich ständig ändernden Farben, die die Abendsonne über Himmel, Wolken, Dörfer und Landschaft fließen läßt, zu beobachten.

nächtliche Skiwanderung bei Vollmond
Während die Ski-Touristen auf den überfüllten Meißnerloipen, erschöpft längst wieder ihre Autos und Busse geflutet und den Berg richtung Heimat verlassen haben, drängt es den Ski- Wanderer noch längst nicht nach Hause.
Viel zu spannend gestaltet sich die Landschaft nun, nachdem die Sonne die Aufgabe der Landschaftsbeleuchtung an den vollen Mond abgegeben hat. Selbst eine Wolkendecke kann in solchen Nächten nicht verhindern, dass der Wanderer seinen Weg findet. Wie Scherenschnitte heben sich nun die Bäume und Berge vor Himmel und Schnee ab und spätestens jetzt darf man auch das Erscheinen von Geistern, Dämonen und Sagengestalten erwarten.


Abenteuer für Selbstversorger

Was man bei einer solchen Expedition leider nicht erwarten darf, das sind Gelegenheiten irgendwo einzukehren.
Selbstverständlich ist in dieser Region ohnehin niemand auf Ski- Wanderer vorbereitet. Und so setzt ein solches Abenteuer den persönlichen Besitz einer entsprechenden Ski- Ausrüstung und natürlich das Mitführen von Getränken und Verpflegung voraus. Ski- Verleih, gastronomisches Wandernetz, verlässliche Winter- oder gar Ski- Wanderkarten -Fehlanzeige. Die Region ist und bleibt ein Abenteuerland mit unglaublich viel Potenzial und erschreckend wenig zielführender Initiative.

Fotos: Wolfgang Schwerdt