Streifzug durch das „Gipsrevier“ bei Hundelshausen
Es war das Jahr 1873, als das Witzenhäuser Kreisblatt die
Entdeckung eines großen Lagers von Gipsmarmor bei Hundelshausen verkündete. Das Gipsvorkommen am Gottesberg wurde allerdings
erst in den Jahren 1913 bis 1915 beim Bau der Eisenbahnlinie Eichenberg-Walburg
entdeckt. Trotzdem soll bereits seit dem 17. Jahrhundert bei Hundelshausen Gipsabbau betrieben worden sein. Ab 1918 ging
es dann aber richtig zur Sache. In Hundelshausen begann die Geschichte des
industriellen Abbaus von Gipsrohstein.
Ein Ergebnis der landschafts- und bergefressenden
Rohstoffgewinnung ist – wie bei vielen Basaltsteinbrüchen oder
Braunkohletagebaus – ein See vor prächtiger Kulisse. Heute ist die wegen der
speziellen Lichtbrechung an den im Wasser gelösten Tonpartikelchen als „Grüner
See“ bezeichnete Grundwasseransammlung ein beliebtes Ausflugsziel bei
Einheimischen, die zum Baden einlädt.
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Skizze des Landgrafen Moritz für einen Schlossbau in
Rückerode
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Wer die steile Straße, die vom Gipswerk, am Grünen See
vorbei führt, hinaufläuft, erreicht den
seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts
angelegten heutigen Gipssteinbruch. Dem kann man sich übrigens auch von anderen
Seiten nähern. Beispielsweise von
Rückerode aus, einem Ort mit interessanter Geschichte, der heute gerade einmal
aus einem Gehöft besteht. Immerhin sollte Rückerode Anfang des 17. Jahrhunderts
ein Schloss als Ruhesitz für die Gattin des Landgrafen Moritz erhalten.
Literaturhinweis: Heidi Rüppel, Jürgen Apel: Rad- und Wanderführer
Band 1. Hann. Münden, Witzenhausen, Bad Sooden Allendorf. LSRB-Verlag Witzenhausen
2002.
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